Akupunktur
Akupunktur als Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin
Die Akupunktur ist eine vor etwa 4000 Jahren in China entstandene Heilmethode und eine zentrale Säule der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).
Durch das gezielte Einstechen von Akupunkturnadeln in bestimmte Körperpunkte können Erkrankungen verschiedener Organe und Funktionssysteme behandelt werden. Nach dem Verständnis der chinesischen Medizin fließt die Lebensenergie Qi in 14 Meridianen durch den Körper.
An mehr als 360 empirisch festgelegten Akupunkturpunkten kann dieser Energiefluss beeinflusst werden, um ein krankheitsbedingt gestörtes Gleichgewicht von Yin und Yang sowie den freien Fluss des Qi wiederherzustellen.
Ablauf der Akupunkturbehandlung
Pro Sitzung werden in der Regel 10 bis 16 Akupunkturnadeln in genau definierte Punkte entlang der Meridiane gesetzt und für etwa 20 bis 25 Minuten belassen.
Je nach zugrunde liegender Störung können die Nadeln während der Behandlung leicht manipuliert werden. Dies wird von Patient:innen häufig als sogenanntes „De-Qi“-Gefühl wahrgenommen, ein kribbelndes oder ziehendes Empfinden entlang des Meridianverlaufs.
Behandlungsdauer und Behandlungsintervalle
Das Behandlungsintervall wird im Rahmen eines ausführlichen Erstgesprächs individuell festgelegt.
Im Durchschnitt sind etwa 10 Behandlungstermine erforderlich.
Bei akuten Erkrankungen erfolgt die Behandlung meist zweimal pro Woche, bei länger andauernden chronischen Beschwerden in der Regel einmal wöchentlich.
Organisatorische Hinweise
Bitte beachten Sie, dass es sich bei der Akupunktur im Rahmen der Traditionellen Chinesischen Medizin um eine Privatleistung handelt. Bei bestehender privater Zusatzversicherung werden die Kosten für die Behandlung im Regelfall rückerstattet.
Ohrakupunktur
Bei der Ohrakupunktur erfolgt die Behandlung über sogenannte Somatotope.
Als Somatotop bezeichnet man die Abbildung des gesamten Körpers auf einen Teil von sich selbst. In der Ohrmuschel ist jedes Organ und jeder Körperteil einem bestimmten Areal zugeordnet. Über diese Punkte kann auf unterschiedliche Prozesse im Körper eingewirkt werden.
Die Ohrakupunktur wird häufig in Kombination mit der Körperakupunktur angewendet, da sie eine rasche Wirkung zeigt (sogenanntes Sekundenphänomen), deren Effekt jedoch meist kürzer anhält.
Sie spielt zudem eine wichtige Rolle in der Suchtbehandlung sowie bei Kontraindikationen für die Körperakupunktur.
Schädelakupunktur
Auch bei der Schädelakupunktur, wie etwa der Schädelakupunktur nach Yamamoto, wird über Somatotope behandelt.
Dabei werden in definierte Akupunkturzonen an der Stirn- bzw. Haargrenze meist nur zwei bis drei Nadeln wenige Millimeter tief gesetzt. Besonders gute Erfolge werden unter anderem bei Lähmungserscheinungen, in der Schmerztherapie des Bewegungsapparates sowie bei Migräne beobachtet.
Wie bei der Ohrakupunktur ist häufig ein Sekundenphänomen feststellbar: Das betroffene Gelenk ist unmittelbar nach der Nadelung besser beweglich und schmerzärmer.
Laserakupunktur
Die Laserakupunktur findet vor allem in zwei Bereichen Anwendung:
Sie ist eine schonende Alternative für Patient:innen, bei denen Akupunkturnadeln einen zu starken Reiz darstellen. Auch für Kinder ist diese schmerzfreie Therapieform besonders gut geeignet.
Das gebündelte Laserlicht stimuliert den ausgewählten Akupunkturpunkt und setzt so den therapeutischen Impuls. Jeder Punkt wird dabei für etwa 20 bis 30 Sekunden behandelt.
Moxibustion (Moxa)
Die Moxibustion wird eingesetzt, um dem Körper Energie in Form von Wärme zuzuführen, insbesondere bei langjährigen chronischen Disbalancen oder ausgeprägtem Yang-Mangel.
Dabei wird Moxa in Form sogenannter Moxa-Zigarren verbrannt. Das verwendete Kraut ist in erster Linie Beifuß (Artemisia vulgaris), dessen Blätter pur oder in Kombination mit anderen Kräutern verwendet werden. Beifuß wird eingesetzt, da er mit allen Meridianen in Verbindung steht und die für die Therapie geeignete Wärmewirkung erzeugt.
Moxa kann direkt über den betroffenen Arealen angewendet werden oder in Kombination mit Körperakupunktur, wobei der wärmende Effekt über die Nadeln in tiefere Gewebeschichten geleitet wird.